JPG, PNG oder WebP: welches Bildformat wofür
Ein Bildformat zu wählen heißt in Wahrheit eine Frage zu beantworten: Was für ein Bild ist das? Fotos, Screenshots, Logos und Grafiken haben gegensätzliche Bedürfnisse, und jedes Format ist eine Wette auf eines davon. Wähle mit der Faser des Formats, und die Dateien werden klein und scharf; wähle dagegen, und du bekommst Unschärfe, Ränder oder Megabytes für nichts.
JPG: für Fotos gebaut, allergisch gegen Kanten
JPEG-Kompression nutzt aus, wie Augen die Welt sehen: Weiche Verläufe und wimmelnde Texturen verstecken kleine Fehler gut, deshalb komprimiert fotografisches Detail spektakulär. Ein Urlaubsfoto bei Qualität 80 behält ein Zehntel seiner Bytes, ohne bei normaler Betrachtung sichtbar zu leiden.
Seine Schwäche ist die harte Kante. Text, Strichzeichnungen und einfarbige Flächen entwickeln das berühmte Moskito-Rauschen: feine Wellen, die sich an jede scharfe Grenze schmiegen. Ein als JPG gespeicherter Screenshot sieht genau deshalb verschmiert aus. Transparenz kennt JPG außerdem nicht; jede durchsichtige Fläche wird massiv weiß oder schwarz.
Eine Falle verdient Großbuchstaben: JPG verliert bei JEDEM Speichern Qualität, nicht nur beim ersten. Bearbeiten, speichern, bearbeiten, speichern, und die Artefakte stapeln sich wie Kopien von Kopien. Behalte ein Original, exportiere am Ende ein JPG, und kette Bearbeitungen nie durch wiederholtes JPG-Speichern.
PNG: pixelgenau, transparent, ehrlich beim Preis
PNG ist verlustfrei: Jeder Pixel überlebt exakt, für immer, egal wie oft die Datei geöffnet und gespeichert wird. Das macht es zum Heimatformat für Screenshots, UI-Grafiken, Diagramme, Logos und alles mit Text darin; Kanten bleiben messerscharf, weil nichts angenähert wurde.
Es trägt außerdem einen echten Alphakanal, Transparenz funktioniert also richtig: weiche Schatten, geglättete Kanten und Glaseffekte fügen sich sauber auf jeden Hintergrund. Deshalb bedeutet 'Logo mit transparentem Hintergrund' in der Praxis PNG.
Der Preis zeigt sich beim falschen Inhalt. Ein als PNG gespeichertes Foto kann das Fünf- bis Zehnfache seines JPG-Gegenstücks wiegen, ohne sichtbaren Gewinn, denn fotografisches Rauschen lässt sich ohne Verlust nicht komprimieren. PNG für Fotos ist der häufigste Formatfehler im Web.
WebP: ein Format, das beide Spiele spielt
WebP komprimiert verlustbehaftet wie JPG, aber bei gleicher sichtbarer Qualität rund 25-30% kleiner, und verlustfrei wie PNG, meist ein Viertel kleiner, MIT Transparenz in beiden Modi. Für alles, was auf einer Website lebt, ist es heute im Regelfall die richtige Antwort.
Seine historische Schwäche, die Kompatibilität, ist weitgehend Geschichte: Jeder aktuelle Browser zeigt WebP. Die restliche Reibung liegt außerhalb des Webs: Manche ältere Desktop-Software, Upload-Formulare und Druckereien lehnen es weiter ab, und Mailprogramme sind unbeständig. Dateien für maximale Austauschbarkeit (Anhänge an Fremde, Behördenportale) reisen weiterhin sicherer als JPG oder PNG.
Der Spickzettel
Foto fürs Web: WebP verlustbehaftet, oder JPG, wo Kompatibilität regiert. Screenshot oder irgendwas mit Text: PNG, oder WebP verlustfrei. Logo oder Grafik mit Transparenz: PNG, oder WebP. Bild per Mail an unbekannte Empfänger: JPG für Fotos, PNG für den Rest.
Und die Meta-Regel, die jeden Formatkrieg überlebt: Bewahre deine Masterkopie in der höchsten Qualität auf, die du hast (das Originalfoto, die Design-Datei mit Ebenen, den verlustfreien Export), und betrachte jede komprimierte Datei als Wegwerf-Ausgabe, die du neu erzeugen kannst. Formate wechseln; der Master ist das, wofür du dir später dankst.
Zum Tool:
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